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Fledermäuse
in Brandenburg
Die Fledermäuse des Landes Brandenburg und
ihre regionale Verbreitung
Unterschiedlichen
Literaturquellen zufolge wird der Planet Erde von 900 bis 1000
Fledertierarten (Chiroptera) besiedelt. Nach den Nagetieren
(Rodentia) stellen sie die artenreichste Säugetierordnung
dar.
Die
Mehrzahl der Fledertiere gehört zu ca. 82 % zu den eigentlichen
Fledermäusen (Microchiroptera), bei den übrigen etwa
175 Arten handelt es sich um Flughunde (Megachiroptera).
Die
Nahrung der Fledertiere ist sehr verschieden und u. a. stark von den
territorial herrschenden klimatischen Bedingungen geprägt. Das
Nahrungsspektrum reicht von Spinnen und Insekten (besonders bei den
einheimischen Fledermäusen) bis hin zu Fischen, Lurchen,
Kriechtieren, Kleinsäugern, Blut (bei echten Vampiren), aber
auch Früchten, Nektar, Blütenpollen (vor allem bei
Flughunden).
Bisher
wurden in Europa 34 Arten an Fledermäusen sowie 1 Flughund
nachgewiesen. Mit der erst kürzlich bei uns entdeckten
Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) kommen in Deutschland
aktuell 25 Arten vor. Davon besiedeln die auf den folgenden Tafeln
vorgestellten Fledermäuse – insgesamt 18 Arten – das Land
Brandenburg. Mit einem roten Punkt sind die im Naturpark „Märkische
Schweiz“ im Rahmen eines Artenhilfsprogramms festgestellten
Fledermäuse gekennzeichnet.
Wasserfledermaus
(Myotis daubentonii)
Größe:
Mittelgroß. UA (33)35-42 mm. Gewicht (5)7-17 g.
Vorkommen:
Fast ganz Europa, außer im hohen Norden und in Irland.
Winterquartiere:
Untertage in Höhlen, Stollen, Bunkern, Kellern, Brunnen.
Einzeln, aber auch gruppenweise in Spalten gezwängt, oft
freisitzend oder freihängend. Winterschlaf von E Sept./M Okt.
bis E März/April.
Sommerquartiere:
Baumhöhlen, selten in Fledermauskästen.
Lebensweise:
Überwiegend Waldfledermaus. Bevorzugt die Nähe von
Gewässern, wo gejagt wird. Bildet 20-50, selten mehr Weibchen
umfassende Wochenstuben. Geburt 2. Junihälfte. 1 Junges.
Männchen leben in eigenen Kolonien.
Wanderungen:
Wanderfähig. Saisonbedingte Quartierwechsel kaum über mehr
als 100 km.
Schutzstatus:
Steht unter Naturschutz. RL BRD ohne aktuelle Berücksichtigung;
RL Brdbg 4.
Teichfledermaus
(Myotis dasycneme)
Größe:
Mittelgroß, aber größer als die ähnliche
Wasserfledermaus. UA (41)43-50 mm. Gewicht (11)14-20(23) g.
Vorkommen:
Stellenweise im nördlichen und mittleren Europa von den
Niederlanden an ostwärts.
Winterquartiere:
Untertägig in Höhlen, Stollen, Bunkern. Meist einzeln
freisitzend oder in Spalten eingezwängt. Winterschlaf von Okt.
bis M März/April.
Sommerquartiere:
Dachböden, selten und dann einzeln in Baumhöhlen, auch in
Fledermauskästen (dann wohl meist Männchen).
Lebensweise:
Wald- und Hausfledermaus. Wochenstuben, bestehend aus 40-500
Weibchen, meist auf Dachböden. Geburt ab 1. Junihälfte. 1
Junges. Männchen leben eher solitär. Jagen über
Gewässern.
Wanderungen:
Wanderfähig. Saisonbedingte Quartierwechsel zwischen 100 und 350
km.
Schutzstatus:
Höchste Prioritätsstufe als FFH-Anhang-II-Art! RL
BRD G; RL Brdbg 1.
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